Dienstag, 13. Januar 2009
Kommunales Kernmelderegister in Sachsen gestartet
Um die Verwaltungswege zu vereinfachen, übersenden seit Jahresbeginn die sächsischen Gemeinden die Meldedaten ihrer Einwohner an das
Kommunale Kernmelderegister (KKM). Die dort zentral gesammelten Daten können die Behörden des Freistaates dann in einem gesetzlich festgelegten Umfang abrufen. Auch private Nutzer sollen in Kürze den gesamten Meldedatenbestand Sachsens online einsehen können, so die
Sächsische Anstalt für kommunale Datenverarbeitung (SAKD). Die öffentliche Anstalt mit Sitz in Bischofswerda betreibt das KKM. Das IT-System realisierte die Leipziger
PC-WARE AG in Zusammenarbeit mit
Microsoft und der
SQL GmbH Dresden.
Nach Angaben der SAKD dürfen zunächst die in der Sächsischen Meldeverordnung genannten Behörden Daten aus dem KKM abrufen. Hierzu zählen die Gerichte, Staatsanwaltschaften, Polizeidienststellen, Ausländerbehörden, die Vermessungsverwaltung und die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger. Auch Privatleute sollen Daten über das Melderegister abrufen dürfen, aber nur, wenn sie die gesuchte Person genau identifizieren können. So müssen neben Vor- und Familienname zwei weitere Merkmale, beispielsweise Geburtsdatum und -ort, eingegeben werden. Diese Auskunft wird kostenpflichtig sein (5 Euro je Anfrage, ergebnisunabhängig) und nur dann erteilt, wenn ein eindeutiger Treffer vom KKM erzielt wird, so die SAKD.
Gegen den automatisierten Abruf der eigenen Meldedaten über das Internet ist Widerspruch möglich. Der Antrag kann persönlich oder unter Verwendung eines Formulars bei der jeweils zuständigen Meldebehörde gestellt werden. Wer wissen möchte, welche seiner Daten im Melderegister gespeichert sind, kann hierzu ebenfalls einen Antrag stellen.
Ziel der 1994 gegründeten SAKD ist es, die sächsischen Kommunen und Landkreise darin zu befähigen, ihre Verwaltungsaufgaben mit Hilfe moderner IT effizient zu erfüllen. Dabei entwickelt die SAKD beispielsweise Standards und Empfehlungen im Bereich der kommunalen IT und berät in allen technischen und organisatorischen Fragen.
(Quelle: Sächsische Anstalt für kommunale Datenverarbeitung)