Freitag, 22. Mai 2009
BITKOM: bald 10 Millionen Steuererklärungen per Internet mit ELSTER
Die Abgabe der Einkommensteuerklärung per Internet ist der meistgenutzte unter den elektronischen Bürgerdiensten. Im Jahr 2008 wurden online 8,2 Millionen elektronische Einkommensteuerklärungen (ELSTER) abgegeben. Wie der Hightech-Verband BITKOM in Berlin mitteilte, entspricht dies einem Anstieg um 49 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Inzwischen werden gut ein Viertel aller Steuererklärungen von den Steuerpflichtigen oder ihren Steuerberatern mit Hilfe von Computer und Internet übermittelt", sagt BITKOM-Präsidiumsmitglied Prof. Dieter Kempf. Nach BITKOM-Schätzung wird die Zahl der Online-Steuererklärungen im laufenden Jahr erstmals die 10-Millionen-Grenze überschreiten. Grundlage der Angaben sind aktuelle Daten des Internetdienstes der Finanzverwaltungen
elster.de.
Die elektronische Steuererklärung bietet zahlreiche Vorteile gegenüber der Abgabe auf Papier. Die Nutzer machen ihre Angaben bequem am Bildschirm und die Software übernimmt bei wiederholter Nutzung die Angaben aus dem Vorjahr. Grundlage ist das kostenlose Programm "ElsterFormular". Es führt eine Plausibilitätsprüfung durch und weist den Anwender auf widersprüchliche Eingaben hin. Ein weiterer Vorteil der Steuererklärung auf elektronischem Weg ist die kurze Wartezeit. In der Regel kommt der Bescheid innerhalb von zwei bis drei Wochen nach Einreichung, da die Finanzämter die Anträge bevorzugt bearbeiten. Auf Wunsch versendet die Behörde zusätzlich einen elektronischen Steuerbescheid, der anzeigt, an welchen Punkten das Finanzamt von der Erklärung abgewichen ist.
Die Abgabefrist für Steuererklärungen, die ohne Unterstützung eines Steuerberaters abgebeben werden, endet am 31. Mai 2009. Das Programm ElsterFormular enthält die elektronischen Steuerformulare und eine Funktion zum Versenden der Steuererklärung. Es steht auf der Website
www.elster.de als Download bereit oder kann bei den Finanzämtern als CD-Rom abgeholt werden. Zudem sind Elster-Komponenten in der Regel Bestandteil marktüblicher Software zur Erstellung einer Steuererklärung. Jedes Jahr kommt eine neue Version von ElsterFormular heraus, weil sich das Steuerrecht ständig ändert. Die Nutzung einer älteren Version ist daher nicht möglich.
Die Daten werden von ElsterFormular verschlüsselt und mit Hilfe einer gesicherten Internetverbindung übertragen. Für die notwendige Authentifizierung des Antragstellers gibt es zwei Wege. Erstens: Per Unterschrift und Post. Nach der elektronischen Übermittlung der Daten mit ElsterFormular druckt der Anwender die "Komprimierte Steuererklärung" aus. Diesen Ausdruck sendet er unterschrieben an das zuständige Finanzamt. Der zweite Weg ist das elektronische Zertifikat, mit dem die Steuererklärung papierlos und ohne Unterschrift abgegeben werden kann. Das persönliche Zertifikat erhalten Steuerpflichtige kostenlos nach der Registrierung unter
www.elsteronline.de. Hierfür ist neben den persönlichen Daten nur die Eingabe der Steuernummer erforderlich. Beide Verfahren gelten als sicher.
Übrigens: Die Belege wie Rechnungen oder Verträge müssen die Antragsteller nur dann beim Finanzamt einreichen, wenn dies gesetzlich vorgeschrieben ist. Das ist zum Beispiel für Bescheinigungen über Lohnersatzleistungen oder Kinderbetreuungskosten der Fall. Sämtliche Belege müssen aber bereit gehalten werden, da die Behörden die Angaben jederzeit überprüfen können.
Der
Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) vertritt mehr als 1.200 Unternehmen, davon 900 Direktmitglieder mit etwa 135 Milliarden Euro Umsatz und 700.000 Beschäftigten. Hierzu zählen Anbieter von Software, IT-Services und Telekommunikationsdiensten, Hersteller von Hardware und Consumer Electronics sowie Unternehmen der digitalen Medien.