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Freitag, 20. November 2009

Studie zur Entwicklung des E-Governments in Europa veröffentlicht - Deutschland schlechter als im Vorjahr

In den Staaten der Europäischen Union sowie Island, Norwegen, der Schweiz und Kroatien sind 71 Prozent der Behördendienstleistungen vollständig online umgesetzt. Das zeigt die achte Benchmark-Studie zum E-Government, die von Capgemini, dem Rand Europe Institut, dem Analystenhaus IDC und dem Dänischen Technologie Institut im Auftrag des Generaldirektoriats für die Informationsgesellschaft und Medien der EU-Kommission durchgeführt wurde. Seit dem Jahr 2001 wird mit der Studienreihe der Fortschritt des E-Government in der EU gemessen. Als Grundlage dient eine Untersuchung von 20 grundlegenden Service-Angeboten der öffentlichen Hand, der rund 14.000 Internetseiten von Behörden in 31 europäischen Staaten zugrunde liegen. In der Studie liegt Deutschland mit 74 Prozent über dem europäischen Durchschnitt, rutschte aber im Vergleich zum letzten Benchmark im Jahr 2007 von Platz acht auf 15 ab.

 

Laut der Studie liegt das an der fehlenden Weiterentwicklung der letzten zwei Jahren. Länder wie Irland, Dänemark oder Finnland konnten das Thema E-Goverment deutlich ausbauen und zogen in der Gesamtwertung an Deutschland vorbei. An der Spitze der Studie liegt weiterhin Österreich mit 100 Prozent. Zu der Alpenrepublik konnten Malta, Portugal und das Vereinigte Königreich aufschließen.

Laut dem Management- und IT-Beratungsunternehmen Capgemini sind die finanziellen Möglichkeiten der EU-Staaten über die nächsten Jahre jedoch eingeschränkt. "Die kurze, aber heftige Wirtschaftskrise wird langfristige Folgen für die Budgets von Behörden haben. Der Ansatz ‚mehr für weniger‘ wird dabei als Lösung nicht ausreichen", so Tom J. Gensicke, Leiter Public Services bei Capgemini Consulting, der die Studie in Deutschland vorstellte. "Die Fähigkeit, die zur Verfügung stehenden Mittel und Technologien in spürbare Ergebnisse umzusetzen, spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Wenn wir die Möglichkeiten nicht nutzen, fallen wir im globalen Standortwettbewerb hinter anderen Nationen weiter zurück", so Gensicke weiter.

Die Studie, die auf dem i2010 Policy Aktionsplan der EU beruht, soll einen Einblick in die E-Government-Landschaft innerhalb Europas geben. Dabei werden sowohl der Stand der Online-Verfügbarkeit von Dienstleistungen für Bürger und Unternehmen erhoben als auch die Bemühungen hinsichtlich elektronischer Beschaffung (E-Procurement) sowie der Nutzererfahrungen bewertet. Die komplette Studie gibt es hier zum Herunterladen.


(Quelle: Capgemini Deutschland GmbH)