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Dienstag, 17. November 2009

Online-Datenbanken zu vermissten Personen des Zweiten Weltkrieges veröffentlicht

Seit Montag, dem 16. November, ist eine Datenbank zu sowjetischen Kriegsgefangenen in deutschem Gewahrsam im Internet einsehbar. Auf der Seite www.dokst.de kann zudem nach in der ehemaligen Sowjetunion verurteilten deutschen Bürgern gesucht werden. Wie das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) gestern mitteilte, sollen beide Datenbanken Namen, Geburtsort und Geburtsjahr der verzeichneten Personen liefern. Vollständige Informationen zu jeder genannten Person erhalten Familienangehörige auf Anfrage bei der Dokumentationsstelle der Stiftung Sächsische Gedenkstätten Dresden, die auch das Internetportal betreiben.

 

Die Datenbank zu sowjetischen Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg, die zumeist in deutschem Gewahrsam umgekommen sind, umfasst rund 700.000 Datensätze. Sie soll laut SMWK zukünftig Millionen ausländischen Bürgern die unmittelbare Suche nach ihren in Deutschland beerdigten oder vermissten Angehörigen ermöglichen. In der zweiten Datenbank werden über 10.000 Namen und Geburtsdaten von deutschen Bürgern veröffentlicht, die von sowjetischen Militärtribunalen während beziehungsweise nach dem Zweiten Weltkrieg verurteilt worden waren und inzwischen von russischer Seite fast vollständig rehabilitiert wurden. Laut dem SMWK wissen etwa 85 Prozent der enthaltenen Verurteilten oder ihre Angehörigen bislang nichts (teils mehr als 60 Jahre nach der Verurteilung) von der Rehabilitierung, weil ihre aktuellen Adressen unbekannt sind.

Die Datenbanken des Internetauftrittes dokst.de, der in deutscher und russischer Sprache freigeschaltet ist, befinden sich laut SMWK zunächst in einer mehrwöchigen Erprobungsphase und werden je nach Projektfortschritt in Abständen ständig aktualisiert und erweitert.

Die biografischen Kernangaben der Datenbank "sowjetische Kriegsgefangene" wurden im Rahmen des internationalen Projektes "Sowjetische und deutsche Kriegsgefangene und Internierte. Forschungen zum Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit" gewonnen. Die Dokumentationsstelle führt das Projekt im Auftrag des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Bundesministeriums des Inneren seit dem Jahr 2000 durch, mit politischer Unterstützung der Regierungen der Russischen Föderation, der Ukraine und der Republik Weißrussland sowie in Kooperation mit weiteren Partnern in diesen Ländern.


(Quelle: Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst)