Mittwoch, 13. Mai 2009
Sichere Melderegisterdaten im Internet - Das Kommunale Kernmelderegister Sachsen (KKM)
Die
Sächsische Anstalt für kommunale Datenverarbeitung (SAKD) hat in Zusammenarbeit mit dem Leipziger IT-Unternehmen
PC-WARE ein Online-Auskunftssystem aufgebaut, das
Kommunale Kernmelderegister Sachsen (KKM). Darüber können die Meldedaten aller Einwohner Sachsens unter Einhaltung definierter IT-Sicherheitsrichtlinien über das Internet abgerufen werden. Seit Beginn des Jahres 2009 ist es insbesondere Polizeidienststellen, Gerichten, Staatsanwaltschaften, der Vermessungsverwaltung, Landesdirektionen und Ausländerbehörden in Sachsen zugänglich. Privatpersonen und die Privatwirtschaft können seit Februar 2009 die Möglichkeit der Online-Recherche nutzen.
Um zu verhindern, dass Datenbestände rechtswidrig durch kommerzielle Adresshändler ermittelt werden können, erteilt das KKM nur Auskunft, wenn eine eindeutige Identifikation, die durch eine zentrale Meldenummer meldebehördenübergreifend möglich ist, vom System erzielt wurde. Sächsische Einwohner haben außerdem die Möglichkeit, einer Beauskunftung über das Internet zu widersprechen. In dem Fall erfolgt, falls vom Anfragenden gewünscht, eine automatisierte Weiterleitung der Anfrage an die zuständige Meldebehörde zur weiteren Bearbeitung.
Zukünftig sollen sämtliche Datenabrufe der sächsischen Behörden, Gerichte und öffentlich bestellten Vermessungsingenieure zu einzelnen Personen und Personengruppen zentral über das KKM erfolgen. Gegenwärtig umfasst der Datenbestand des KKM ca. 97 Prozent der sächsischen Einwohner. Die Daten der noch ausstehenden sächsischen Gemeinden sollen in Kürze das Angebot des KKM vervollständigen.
Um die Datenbank aktuell zu halten, sind die derzeit 318 sächsischen Meldebehörden per Gesetz verpflichtet, Änderungen in den Meldedaten tagesaktuell zu übermitteln. Die Lösung KKM des Freistaats Sachsen basiert auf Microsoft-Technologien. Dabei werden die Daten in einem MS SQL-Server gespeichert und zwischen den Systemen der Meldebehörden und dem KKM über einen Biztalk Server ausgetauscht und verifiziert. Betrieben wird das KKM im derzeit größten kommunalen Rechenzentrum Sachsens, dem der
Lecos GmbH, einer Tochtergesellschaft der Stadt Leipzig.
Eine Besonderheit des KKM sind die automatisierte Verfolgung von Adressketten in Echtzeit, die Möglichkeit der unscharfen Suche nach Personen und die Zuschaltung der phonetischen Suche für Namen und Anschriften für berechtigte Behörden. Im Unterschied zu anderen zentralen Meldeportalen in Deutschland wird im KKM eine einwohnerspezifische Meldenummer generiert, die es ermöglicht in einem Schritt über alle Meldebehörden eine eindeutige Auskunft zu erhalten.
Neben der Nutzung der webbasierten Benutzeroberfläche, ist eine Integration von Webservice-Schnittstellen des KKM in vorhandene Fachverfahren und Anwendungen möglich. Auch Gemeindegebietsänderungen können durch hierarchische Abbildung der historischen Informationen angezeigt werden, wobei auch abweichende Schreibweisen bei der Suche durch Masterkataloge berücksichtigt werden.
Weitere Informationen finden Sie unter
www.sakd.de/kkm.html.
(Quelle: PC-WARE)