Freitag, 21. Mai 2010
Länderfinanzminister diskutieren über Modernisierung der Steuerverwaltung
Auf ihrer Jahrestagung in Dresden befassten sich gestern die Finanzminister der Länder mit dem Modernisierungsfortschritt der Steuerverwaltung und dem damit verbundenen Bürokratieabbau. Die Länder arbeiten auf diesem Gebiet im Vorhaben KONSENS (Koordinierte Neue Software-Entwicklung der Steuerverwaltung) zusammen. Dabei geht es um die Schaffung einer modernen und einheitlichen Software für das Besteuerungsverfahren in allen Ländern. In Großprojekten wie "Elektronische Lohnsteuerkarte", "Elektronische Bilanz" und "Vorausgefüllte Steuererklärung" könnten erhebliche Entlastungen der Wirtschaft, der Bürger und auch der Verwaltung erreicht werden.
Mit der Umsetzung des Projekts "Elektronische Lohnsteuerkarte" verabschiedet sich die Finanzverwaltung endgültig von der alten Kartonkarte. Nach Angaben des sächsischen Finanzministeriums bündelt das Projekt Aufgaben, die bisher auf Gemeinden, Bürger, Finanzverwaltung und Unternehmen verteilt waren. Die "Elektronische Bilanz" trägt künftig dazu bei, Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen nach einheitlichem Datensatz im international weit verbreiteten Format XBRL (eXtensible Business Reporting Language) von den Unternehmen an die Finanzverwaltung zu übermitteln. Bis spätestens Ende 2011 müssen Steuerverwaltung, steuerberatende Berufe und Unternehmen die organisatorischen und technischen Voraussetzungen dafür geschaffen haben.
Wie das Dresdner Finanzministerium weiterhin mitteilte, soll zudem in den nächsten Jahren allen Bürgern auf Wunsch eine "Vorausgefüllte Steuererklärung" zur Verfügung gestellt werden. Hierzu sei im Vorhaben KONSENS vorgesehen, dass die persönlichen Steuerdaten über ELSTER elektronisch vom Bürger abgerufen und dann ohne Medienbruch in die elektronische Steuererklärung übernommen werden können. Laut dem Ministerium soll dabei auch geprüft werden, inwieweit der neue Personalausweis für eine eindeutige Identifikation verwendet werden könne.
(Quelle:
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen)