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Tagung: »E-Government: Herausforderungen der Praxis – Beiträge der Wirtschaftsinformatik«

E-Government-Tagung 2009

Am 23. November 2009 fand die Konferenz »E-Government: Herausforderungen der Praxis – Beiträge der Wirtschaftsinformatik« im Dresdner Rathaus statt. Die gemeinsame Veranstaltung der Landeshauptstadt Dresden, der Technischen Universität Dresden und SORAIA wurde von insgesamt 70 Teilnehmern und 14 Referenten aus dem internationalen, deutschsprachigen Raum besucht. Der Schwerpunkt dieser Tagung lag auf der Darstellung der wissenschaftlichen Annäherung an das Thema E-Government. Eine mehrmonatige Vorbereitung mit Unterstützung eines Organisationskomitees, bestehend aus Prof. Dr. Esswein, Prof. Dr. Hilbert, Prof. Dr. Schoop, Fr. Prof. Dr. Strahringer (alle TU Dresden) und Dr. Michael Breidung (LH Dresden), sowie eines 20-köpfigen Programmkomitees, bestehend aus renommierten Professoren und Praktikern aus der deutschsprachigen E-Government-Szene, sicherte ein sehr hochwertiges Tagungsprogramm.

Alle Beiträge per Download und alle Vorträge per Videostream finden Sie unter http://www.dresden.de/E-Government-Tagung. Ein begleitender Tagungsband wird derzeit produziert und kann ich im Buchhandel ab März 2010 erworben werden. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte info@soraia.org.

Programm

Hr. Prof. Rainer Thome (Universität Würzburg), der auf eine langjährige Forschungs- und Beratungstätigkeit in dem Bereich E-Government verweisen kann, eröffnete 10:30 Uhr die Veranstaltung mit einem Vortrag, in dem unter anderem über die Erfahrungen aus dem Projekt „Würzburg integriert!“ berichtete.

Ab 11:30 Uhr wurden die Themenschwerpunkte „Strategien für Öffentliche Informationssysteme“ und „Prozessmanagement in Öffentlichen Verwaltungen“ diskutiert. Folgende Beiträge waren im Programm:

Ab 14:30 Uhr wurde der Themenschwerpunkt „Basistechnologien für E-Government“ mit folgenden Themen aufgegriffen:

Michael Breidung (Landeshauptstadt Dresden) sprach in seinem Abschlussreferat über den Status Quo des E-Government im deutschsprachigen Raum.

Ab 18:00 Uhr fand in den Räumlichkeiten des Dresdner Rathauses eine Abendveranstaltung statt.

Thema und Zielgruppen

Führen die Geschäftsmodelle in privatwirtschaftlich organisierten Unternehmen dazu, dass effizienzsteigernde Maßnahmen kontinuierlich antizipiert werden, um Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz zu erzielen, lassen die Steuerungsmechanismen der Öffentlichen Hand diese Sogwirkung oftmals unberührt. Der überwiegende Teil der Aufgaben zum Beispiel einer kommunalen Körperschaft sind sogenannte Pflichtaufgaben, welche wenig Wahl- oder Gestaltungsfreiheit besitzen. Selbstverständlich sind auch öffentliche Körperschaften dazu angehalten, mit den vorhandenen Ressourcen effizient umzugehen, die überragenden Motivationsmotive der Existenzsicherung und daraus abgeleiteter Motive, wie Marktführerschaft, Kostenführerschaft oder Diversifikationsstrategien spielen aber im Öffentlichen Bereich keine Rolle.

Vielmehr sind politisch geprägte Steuerungsmechanismen vorherrschend, welche sich in einer umfangreichen Gesetzgebung sowie damit zusammenhängender Durchführungsbestimmungen, Gebührensatzungen, etc. niederschlagen. Die Möglichkeiten der Nutzung von innovativen Technologien sowie darauf aufbauender Organisationsstrukturen und Geschäftsmodelle sind somit stark von gesetzgeberischen Verfahren abhängig.

War beispielsweise bis Dezember 2006 der elektronische Austausch von Meldedaten zwischen Behörden untersagt, trat mit Inkrafttreten der Novelle des Melderechtsrahmengesetzes im Januar 2007 die Verpflichtung für deutsche Meldebehörden ein, dieselben Daten nunmehr elektronisch auszutauschen. Unter entsprechend schwierigen Bedingungen verlief die Einführungs- und Testphase für alle Meldebehörden in Deutschland. In vielen anderen hoheitlichen Bereichen der Öffentlichen Verwaltung, wie dem KFZ-Wesen, dem Personenstandswesen oder dem Sozialwesen sind ähnliche Situationen vorzufinden.

Der Modernisierungsdruck in Öffentlichen Verwaltungen steigt somit zunehmend durch die Anpassung der Fachgesetzgebungen an die Möglichkeiten moderner, technologiebasierter Organisations- und Kommunikationsformen. Das prominenteste Beispiel dafür in letzter Zeit ist sicher die EU-Dienstleistungsrichtlinie. Mit der deutschlandweit einheitlichen Verwaltungsrufnummer 115 oder dem in größeren periodischen Abständen durchgeführten registergestützten Zensus 2011 werden in naher Zukunft weitere Themen in den Vordergrund treten.

Aufgrund der spezifischen Besonderheiten und Umfeldbedingungen, in öffentlichen Verwaltungen, ist die unangepasste Übernahme von erfolgreich im privatwirtschaftlichen Sektor angewandten Methoden nur in Ausnahmefällen möglich und wenig angebracht. Trotzdem bieten die Theorien und Methoden der Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft substanzielle Beiträge zum Informationsmanagement von öffentlichen Verwaltungen und damit zur Verwaltungsmodernisierung.

Die Tagung richtete sich aus diesem Grund zum Einen an Wissenschaftler aus dem Gebiet der Wirtschaftinformatik. Sie bietete einen Überblick und Impulse welche Methoden und Modelle der Wirtschaftsinformatik bislang Eingang in die Modernisierungskonzepte und -projekte von Verwaltungen gefunden haben. Zum Anderen beschrieben Referenten an strategisch wichtigen Positionen in Verwaltungen die aktuellen und künftigen Herausforderungen der öffentlichen Informationsverarbeitung.