


Der erste Teil des Jour Fixe adressierte zunächst die Relevanz von Prozessinformationen für die Verwaltungsentwicklung im Allgemeinen. Auch wenn in den Vorträgen und der regen Diskussion immer wieder auf das Beispiel der Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie verwiesen wurde, so konnten die Beiträge doch deutlich machen, dass das Wissen über die Verwaltungsabläufe eine grundlegende Voraussetzung für die Entwicklung leistungsfähiger öffentlicher Verwaltungen darstellt. Die Dienstleistungsrichtlinie gibt nun Anlass, themen- und verwaltungsübergreifende Prozessregister aufzubauen. Das Potential der dort aufbereiteten Prozessinformationen reicht jedoch weit über dieses Thema hinaus: Organisationsentwicklung, IT-Einsatz, Verwaltungscontrolling – viele Managementaufgaben in den Verwaltungen könnten auf der Basis einer umfassenden Prozesskenntnis in neuer Qualität ausgeführt werden.
Im zweiten Veranstaltungsteil stand die Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie in Sachsen im Mittelpunkt – mit Informationen aus dem Sächsischen Staatsministerium der Innern sowie mit Projektberichten aus den kommunalen Pilotregionen Dresden und Vogtlandkreis.
Herr Heinecke, Leiter des staatlichen Umsetzungsprojekts zur Dienstleistungsrichtlinie in Sachsen, stellte insbesondere die Planungen zur Bereitstellung einer zentralen Prozessbibliothek vor, in der jene Verwaltungsprozesse verzeichnet sein werden, die für die Umsetzung der Richtlinie relevant sind. Herr Dr. Höntsch berichtete über die praktischen Erfahrungen in der Landeshauptstadt Dresden, die als kommunale Pilotregion zur Umsetzung der Dienstleistungsrichtlinie bereits seit mehreren Monaten an der Erstellung eines Prozessregisters arbeitet. Für die Pilotregion Vogtlandkreis stellte Herr Meißner die Motivation für das frühe Engagement des Kreises bei der Umsetzung der Richtlinie heraus.


